Typgerecht kommunizieren und noch mehr Wertschätzung ausdrücken

Eine sehr geniale Veränderung ist auch die liebevollere der Kommunikation innerhalb der Familie.

Da ich selbst ausgebildet bin im Personzentrierten Ansatz und in gewaltfreier Kommunikation habe ich natürlich schon immer auf eine gute Kommunikation geachtet. Für mich ist es essentiell, dass wir uns mit Respekt und Wertschätzung begegnen, vor allem weil wir durch die Kommunikation ja etwas erreichen wollen. Wir sprechen miteinander, um eine Botschaft rüberzubringen, um gehört zu werden, um etwas zu bekommen oder verstanden zu werden. Und wir hören zu, um zu verstehen.

Und egal, was ich äußere und wie präzise ich mich ausdrücke, bei meinem Gegenüber kann das Gesagte etwas anders ankommen als ich es meine. Denn mein Gegenüber hört mit seiner Geschichte, seinen Erfahrungen und seiner Wahrheit zu - wie es bei Schulz von Thun der „4-ohrige Empfänger“ sehr deutlich macht.

Was aber hat denn nun das Human Design System da noch verbessern können?


Die meisten von euch kennen es vermutlich, dass sie zu Hause, bei ihren Lieben ihren Launen eher Luft machen und so ihren Ärger oder Frust schon mal am Liebsten oder der Liebsten auslassen. Warum wir das tun ist klar. Hier fühlen wir uns sicher und geliebt. Wir sind im Vertrauen, dass wir angenommen werden so wie wir sind - auch mit Schwächen und schlechter Laune.

In Situationen auf der Arbeit, in der Schule, im Hobby etc. reißen wir uns länger zusammen, um nicht den Respekt oder die Anerkennung der anderen zu verlieren.


Dennoch wäre es traurig, wenn es zur Gewohnheit wird, denn auch die Liebe unserer Partner*in ist nichts Selbstverständliches. So kann es passieren, dass wir uns zu sehr daran gewöhnen bei bestimmten Reizwörtern dicht zu machen oder in Diskussion zu gehen oder einen Streit anzufangen.

Wir hören gar nicht mehr richtig zu.


Nun öffnet Human Design wieder mehr Bewusstsein für die Bedürfnisse der einzelnen Human Design Typen und Linien, sodass wir mit einem ganz neuen Blick auf die Person uns gegenüber schauen.

Es entsteht ein anderes Verständnis für seine Eigenheiten, für Reaktionen, Denkweisen und Handlungen.

Und in erster Linie geht es immer darum, ein größeres Verständnis und demnach Mitgefühl zu erlangen.


So weiß ich heute, dass unser Arbeits- und Schulsystem von Generatoren entwickelt wurde, die immer sakrale Energie zur Verfügung haben und damit die sogenannten „Arbeitsbienen“ der Gesellschaft darstellen, weil sie 70 % der Weltbevölkerung ausmachen. Dieses System ist jedoch für die non-Energietypen nicht gemacht. Die Manifestoren (ca. 8% der Weltbevölkerung) sind die Entwickler und Initiatoren in unserer Gesellschaft. Sie brauchen meist Umsetzer (Generatoren) für ihre Visionen.

Die Reflektoren (ca. 1%) sind die Beobachter, die „Alarmanlage“ unserer Gesellschaft. Sie sind hier, um uns die größeren Zusammenhänge aufzuzeigen und neue Weisheit zu bringen.

Die Projektoren (ca. 21 %) sind die Koordinatoren und Beraterinnen. Sie erkennen die Abkürzungen und Lösungen, müssen aber danach gefragt werden. Sie sind jedenfalls nicht hier, und 40h-Wochen zu arbeiten und nebenher Haushalt und Kinder zu schaffen.

Tun sie dies dennoch, weil wir gesellschaftlich nun einmal so geprägt sind, ist Verbitterung vorprogrammiert.

Projektoren, die nicht ihre wahre Bestimmung leben werden verbittert. Verbitterung ist das sogenannte „Nicht-Selbst“-Thema der Projektoren. Die anderen Typen haben andere Nicht-Selbst-Themen.


Nachdem ich nun herausgefunden habe, dass meine Mama zum Typ Projektor gehört, verstehe ich ihr Leid noch mal auf einer ganz anderen Ebene. Natürlich konnte ich auch vorher schon ernst nehmen, wenn sie Bedürfnisse äußerte, die für uns Generatoren vielleicht weniger nachvollziehbar sind. Dennoch wurden die Bedürfnisse häufig in einer Verbitterung vorgetragen, was es einem nicht leicht macht, gern darauf einzugehen.

Du kennst es vielleicht, wenn Menschen permanent jammern, meckern, frustriert sind, lamentieren…, dass du dann auf Durchzug schaltest. Es ist ein Selbstschutz, nicht länger zuzuhören, um nicht in diesen Strudel mit reingezogen zu werden oder zurückzuschnappen.


Nur um die Besonderheiten von Typ und Linie zu wissen, hilft schon ganz anders auf Bitten, Forderungen und Wünsche einzugehen - auch bei Kindern.

Am besten mache ich es noch einmal am Beispiel Projektor-Kind deutlich. Mein Kind ist ebenfalls Projektor - noch dazu mit dem Profil 3/5. Das heißt, 3/5 sind Menschen, die sich nichts sagen lassen. Sie müssen durch die 3er Linie ihre eigenen Erfahrungen machen, weil sie anders gar nicht lernen können. Manche Erfahrungen, egal wie schmerzhaft, müssen sogar mehrfach gemacht werden, bis sie annehmen könne: „Okay, es stimmt wohl doch, dass es immer wehtut, wenn ich die Finger in die Steckdose stecke.“

Hinzu kommt, dass die 5 eine Führungslinie und sehr rebellisch ist. Sie können dann schon mal genau das Gegenteil von dem machen, was du sagst. Je mehr Regeln du also aufstellst, desto schwerer wirst du es mit ihnen haben.

Projektoren wollen grundsätzlich gefragt werden. Es ist ihnen sehr wichtig, nach ihrer Meinung gefragt zu werden. Das heißt auch schon bei Kindern ist es sehr hilfreich zu fragen: „Möchtest du heute lieber Brötchen oder Müsli zum Frühstück?“ Dabei geht es nicht darum, immer 1000 Optionen zur Wahl zu haben. Selbst bei Dingen, die gemacht werden müssen, hast du die Chance eine Frage und 2 Optionen zu stellen. Zum Beispiel: „Möchtest du lieber jetzt oder in 10 Minuten deine Haare waschen?“ Es steht also nicht zur Debatte, sie nicht zu waschen, und es gibt eine Wahl, die dem Kind ein wenig Spielraum lässt. So hat es immer auch Raum selbst einen Vorschlag zu machen und eigene Lösungen zu präsentieren. Auf diese Weise fühlen sie sich ernst genommen und mit ihrer Meinung wertgeschätzt.


Der Generator wiederum möchte für sein „so sein“ und/oder für seine Leistung geliebt werden. Denn auch, wenn es sein Normal ist, viel zu arbeiten möchte er doch dafür anerkannt werden und sich geschätzt fühlen.


Anhand dieser Beispiele wollte ich deutlich machen, dass wir noch spezifischer auf unsere Familienmitglieder, Freunde und Klienten eingehen können, wenn wir wissen welche grundlegenden Bedürfnisse sie haben und was sie hören müssen, um sich wertgeschätzt und geliebt zu fühlen.


Auf sämtliche Bedürfnisse aller Typen und Linie kann ich an dieser Selle leider nicht eingehen, weil es den Rahmen eines einzelnen Blogposts sprengen würde.

Aber lasst mich gern in den Kommentaren wissen, ob ihr gern mehr darüber erfahren wollt.

Dann werde ich euch gern ein Video dazu aufnehmen und/oder mehr dazu schreiben. ❤︎



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